Wir haben an der HFF eine erste Übung, die für alle Regie- und Kamerastudenten Pflicht ist, wir Produktioner haben das Glück, diese Übung freiwillig machen zu dürfen.
Es handelt sich um die sogenannte F1, die Dokumentarfilmübung.
Ziel ist es mit knapp 600m 16mm Filmmaterial (das entspricht ungefähr 50 Minuten Material) einen 8 bis 12 minütigen Dokumentarfilm zu produzieren.
Dabei soll eher eine Beobachtung, als ein “talking head” Film entstehen.
Nachdem bereits Anfang Dezember die Regisseure ihre Ideen präsentiert haben, hatten alle Studenten die Möglichkeit, sich in Teams zusammen zu finden, und gemeinsame die Projekte anzugehen.
Ich habe mich damals einem Projekt über ein Teddykrankenhaus angeschlossen. Hierbei sollte ein kleines Kind auf dem Weg in ein Krankenhaus begleitet werden, in dem dem Kind die allgemeine Angst vor dem Arzt und den damit verbundenen Orten genommen werden sollte.
Die Produktion befand sich schon in vollem Gange, bis ich Anfang des Jahres eine Ansage von der Regisseurin erhielt, dass sie sich komplett von der F1 fern halten wolle. Man muss dazu wissen, dass wir an der HFF dieses Jahr nur 9 Regiestudenten, aber 10 Kamerastudenten haben, sodass sich die Drehbuchstudenten bereit erklärt haben, den einen Regieplatz zu besetzten. Und ich bin nun genau in diesem Dilemma gewesen.
Nun hatten wir zwar ein Team, aber keinen Regisseur mehr. Der Kamerastudent und ich überlegten uns nun in der vergangenen Woche einen Alternativplan, wie man das wieder gerade rücken könnte. Letztendlich bin ich halt nicht dazu verpflichtet, einen F1 zu machen, hätte mir den Stress, den ich nun gerade habe, also nicht machen müssen. Aber irgendwie reizt es mich halt schon, eine derartige Übung zu machen.
Also haben wir uns einen Studenten gesucht, der Lust hatte, die Regie zu übernehmen. Kurze Zeit hatten wir auch überlegt, diesen Part zu übernehmen, aber bevor ich mich daran wage, würde ich gern meinen eigenen Part (die Produktion) ordentlich über die Bühne bringen.
Wir fanden als einen Montagestudenten, der bereits in Prag 1 Jahr Regie studierte, und sich an dem Projekt beteiligen wollte.
Aufgrund einiger organisatorischer Probleme stießen wir auch gleich das Projekt “Teddykrankenhaus” ab und machten uns an die Arbeit, ein neues Thema auszuarbeiten.
Und da sind wir nun. Morgen, am Montag dem 12. Januar um 9 Uhr morgens sollen alle Projekte, die erarbeitet wurden, von einiger Kommission durch gewunken werden. Das, was die Regiestudenten in den letzten 3 Monaten erarbeitet haben, müssen wir nun in knapp 4 Tagen machen.
Eine Geschichte finden, die uns interessiert, einige erste organisatorische Fragen klären und einen dramaturgischen Bogen erarbeiten.
Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, besonders bei den Themen, die wir uns überlegt haben. Durchaus interessante Dinge, über die ich hier noch nicht reden kann, aber durchaus ihren Reiz haben und ein wenig unorthodox sind.
Der Plan ist, dass wir in der Zeit von Mitte Februar bis Mitte März an 5 Tagen drehen werden und bis Ende April dann auch die Filme fertig bekommen.
Da wir bisher wenig Unterstützung aus dem Bereich der Regie der HFF bekommen haben (wir haben 9 andere Studenten, die wir betreuen müssen, da haben wir keine Zeit uns auch noch um euch zu kümmern), wächst bei uns drei Kerlen jetzt natürlich das Bedürfnis, es Allen zu zeigen, dass auch aus der Not geborene Ideen, reinhauen können.
Wer mich kennt, der weiß, dass manchmal wieder ein kleiner Überflieger dabei ist, aber in den letzten Monaten und Jahren habe ich doch einen gewissen Hang zur Realität erreicht, sodass solche überdrehten Ideen eigentlich weniger geworden sind. Diese kommen jetzt zum Großteil von unserem Kameramann, den ich als Produktionsleiter schon hin und wieder einmal auf den Boden der Tatsachen zurück holen muss.
Ich bin gespannt, wie unser aus der Not geborenes Konzept morgen ankommt und ob wir eine Chance haben das zu machen, was wir planen.
Soviel dazu erst einmal.