So, habe meine letzten beiden Tage damit verbracht, mir die Beschreibung der einzelnen Studiengänge anzuhören. Eine durchaus interessante Angelegenheit, um einfach mal mitzubekommen, was die Anderen denn so machen. Aber so langsam beginnt das Ganze schon ein wenig langatmig zu werden und mir in den Fingern zu kribbeln. Habe nicht wirklich Lust den ganzen Tag in dem Kino zu hängen und mir Vorträge anzuhören. Langsam will ich was machen, Dinge lernen, mich ausprobieren und Filme machen.
Aber seit heute habe ich eh das Gefühl, dass ich darauf noch ne ganze Weile warten muss.
Lustig ist, dass bisher sämtliche Studiengänge ihre Zusammenarbeit mit anderen Studiengängen so ausführlich verdeutlicht habe. Da ging es um die konstruktive und wichtige Zusammenarbeit der Regie mit der Kamera, der Schnitt mit der Regie, die Filmmusik mit dem Schnitt und so weiter und so fort. Aber niemand, ich wiederhole NIEMAND, hat bisher die wichtige Zusammenarbeit mit der Produktion erwähnt. Ich meine: HALLO?? Ich bin eigentlich immer davon ausgegangen, dass wir von der Produktion schon ein wichtiger Teil des Prozesses sind. Aber dem scheint es nicht zu sein. Stattdessen fristen wir Produktions-Studenten in den nächsten Jahren wahrscheinlich ein Dasein in Einsamkeit und Trauer, weil keiner etwas mit uns zu tun haben möchte. Obwohl wir diejenigen sein sollten, die sich im Hintergrund um den wichtigen wirtschaftlichen und finanziellen Teil kümmern.
Als dann heute endlich auch der Vortrag über den Studiengang PRODUKTION stattgefunden hat, befielen mich einige Selbstzweifel. Ich meine, nicht, dass die Leute vorher schon gedacht hätten, dass wir NERDS sein. Nicht doch. Nun wissen sie es auch noch.
Der Vortrag begann mit der Auswertung von Statistiken der FFA zum Thema “Anzahl der Spielfilme pro Jahr und deren Besucherzahlen”. Ich gebe schon zu, dass ich solche Zahlen ja sehr interessant finde und mich lange daran festhalten kann. Aber was sollen die anderen Studenten von uns denken? Das wir den ganzen Tag nur da sitzen und FFA Statistiken auswerten? Oh Mann!
Ein positiver Beigeschmack des Vortrages war jedoch, dass unsere Dozenten gesagt haben, dass fast 100% der Absolventen des Studienganges bisher in der Wirtschaft untergekommen sind. Und damit toppen wir einfach mal alles, was die anderen Studiengänge vorzuweisen haben. Immerhin.
Ich bin trotz alledem noch frohes Mutes, dass ich mich für das Richtige entschieden habe. Ich hoffe nur, dass meiner wahren Leidenschaft, und dem Grundgedanken, warum ich mich an der HFF beworben habe, nichts verloren geht. Ich will Filme drehen. Ich will irgendwann stolz einen Film präsentieren und sagen können, dass ich in einer Art und Weise daran beteiligt war.
Na mal sehen.