So, und da bin.
Hallo zusammen. Ich war gestern ehrlich gesagt einfach zu fertig um meinen ersten Tag an Eindrücken zu schildern.
Ich war erst kurz nach 19 Uhr raus, nachdem wir den ganzen Tag Willkommens-Reden gehört, kleinere Rundgänge in noch kleineren Gruppen hatten und uns abends dann freiwillig den Konrad Wolf Film “Ich war Neunzehn” angeschaut haben. In einem der hauseigenen Kinos!! *freudestrahlend*
So, zu meinem Studiengang, von dem ich leider soviel noch nicht mitbekommen habe: Bisher sind wir 4 Jungs und 7 Mädels, unterschiedlicher Erfahrung wie es mir scheint. Man schließt erste Kontakte und Bekanntschaften. Alle 106 Studenten wurden vorab in insgesamt 10 Gruppen eingeteilt, sodass in jeder Gruppe eine unterschiedliche Struktur herrscht. Von Regie über Kamera, Drehbuch, Schnitt und halt auch Produktion ist alles vertreten. (Wir haben noch mehr Studiengänge wie Filmmusik und dergleichen, aber das würde hier jetzt ausarten!)
Diese Gruppen (ich gehöre natürlich wegen meines Namens wieder einmal in die erste Gruppe! *ächz*) werden in den nächsten kommenden Einführungswochen gemeinsam ein Filmprojekt zum Umsetzen bekommen. Also eher gesagt ein Thema, welches wir dann verfilmen müssen. Dürfte lustig werden, vor allem bei der Konstellation an Leuten.
Bei unserer Hausführung haben wir erstmal realisiert, was dort alles ist. Echt der Wahnsinn.
Neben zwei großen Studios mit 150 und 300 qm und etlicher Lichttechnik und Bluescreens, finden wir ein riesiges Tonstudio zur Kinomischung, eigene Farbkorrektur-Studios, Ausbelichtungstechnik, mehrere Vorführräume in unterschiedlichen Größen. Lustig ist, was wir dort alles zeigen können. Nämlich alles!
Was unser Herz besonders hoch schlagen lies, ist der Fakt, dass wir wenn die Räume frei sind, dort alleine rein dürfen und uns DVDs angucken können. Ich würde sagen, dass klingt nach langen Winter-Kinoabenden in der HFF. Toll!
Nachdem das gestern alles sehr lange ging, war dann die Frage ob der Kinobesuch Pflicht wäre. Ich entschloss mich entgegen ca. 7/8 der Immatrikulierten, zu bleiben und mir den Film anzuschauen. Und bin in der Mitte für ca. 10 Minuten eingeschlafen.
Ich merke es ja immer wieder. Wir sind heutzutage auf einem Stand, wo Filme, die in ihrer Zeit einfach revolutionär waren (auf welche Art auch immer), wir damit heute leider nicht mehr viel anfangen können.
Auch wenn das Thema von “Ich war 19″ jetzt schon sehr interessant war, lies die Umsetzung schon den heutigen Standard vermissen. Es ist halt immer schwer, sich in die damalige Zeit zu versetzen.
Es gibt aber Gott sei Dank auch Positiv-Beispiele, wie “Citizen Kane”, der seiner Zeit ja echt voraus war und mich auch begeistert hat. Einfach ein grandioses Meisterwerk. Für einen damals 25 jährigen!
Alles in allem weiß ich jetzt auch dass ich von insgesamt 864 Bewerbern einer von insgesamt 106 bin, die es auf die HFF geschafft haben. Sehr schön!
Der zweite Tag war dann schon etwas entspannter. Hatten heute Vorstellungen der einzelnen Dezernate und die ersten Studiengänge. Ist schon sehr interessant, was bei beispielsweise der Kameraabteilung so abgeht. Ich glaube, die werden eine ganze Menge Spaß haben. Aber auch viel zu büffeln. Aber was die zum Teil da allein als Übungen hinlegen, ist der Wahnsinn. 35mm 5 Minuten Übungen mit tollen kurzen Geschichten und tollen Bildern. Also ich denke schon, dass ich in den nächsten Monaten stolz irgendwann auch meine ersten professionelleren Filme präsentieren darf. Man muss auch einfach eingestehen, dass es nun eine ganz andere Liga ist, in der wir versuchen zu spielen oder zukünftig spielen werden.
Aber ich habe heute auch wieder gemerkt, wie abstrakt und relativ Kunst sein kann. Als sich der Montage-Studiengang (also die Schnittleute) vorgestellt haben und uns wirres Zeug gezeigt haben, wusste ich teilweise nichts, damit anzufangen.
Das erinnerte mich wieder an den Kunstunterricht in der Schule, in der man sich immer gefragt hat, warum ich als Paul Andexel eine 4 dafür bekomme, wenn ich einfache Striche auf weißes Papier bringe und vielleicht noch ein paar kleinere Farbkleckse und Künstler wie Picasso dafür Millionen verdienen (bzw. ihre Werke für Millionen verkauft werden) Kunst ist einfach sowas von relativ. Einige der gezeigten Schnittbeispiele hätten gut auf youtube von irgendwelchen Freaks kommen können, die zum ersten Mal mit dem Magix Moviemaker rumgespielt haben. (Das soll jetzt keine Beleidigung für die Editoren an der HFF sein. Ich schätze die Arbeit von Editoren sehr und bin auch sehr auf die gemeinsame Arbeit gespannt, war nur etwas irritiert von der Art und Weise der Präsentation und deren Inhalten!)
Alles in Allen werde ich sehen, wohin das so führt die nächsten Wochen und was uns so alles bevor steht. Ich weiß aber schon jetzt, dass ich mich erst mal wieder daran gewöhnen muss, in regelmäßigen Zeiten zur Schule/Uni zu gehen und jemanden über längere Zeit zu folgen. Ich bin echt müde!
In diesem Sinne, gute Nacht!
Paule