Posted on 11-10-2009
Filed Under (Allgemein, Filmprojekte, Produktionen, Studium) by paule

Gehen wir es an.

Projekt 1: Die F1 “Crazy Sexy Mike” (AT)

Ich begann das Jahr mit einer so genannten F1. Das ist die erste Filmübung im ersten Jahr. Ziel ist es einen knapp 15 Minuten Dokumentarfilm über ein Thema freier Wahl zu erstellen. Alle Gewerke aus der HFF sind daran beteiligt.

Wir drehten also einen Film über zwei Wrestler hier in Deutschland. Der Arbeitstitel des Films war “Crazy Sexy Mike”, benannt nach einem der beiden Wrestler. Unser fertiger Filmtitel ist nun “Point of No Return”. Einen kleinen Einblick in den Dreh bekommt ihr hier
Der Film ist an sich nun fertig. Die Premiere war ja auch schon und sorgte für einiges an Aufruhr an der HFF, aufgrund einer kleinen Rangelei zwischen unseren Darstellern und des Filmteams.
Wir sind nun dabei, den kompletten Film noch einmal digital nachzuschneiden, etwas zu verfeinern und ihn festival-tauglich zu machen. Ich habe am Freitag noch mit dem Berlinale Chef Dieter Kosslick gesprochen und ihm den Film als Eröffnungsfilm für die kommenden Berlinale angeboten.
Ich werde auf jeden Fall versuchen den Film in den kommenden Monaten auf diversen Festivals zu platzieren. Mal sehen, ob wir auch im Februar die Ehre haben, in der Kategorie “Berlinale Shorts” den Film zeigen zu dürfen.

Projekt 2: Die F2 “das weite suchen” (AT)

Als nächstes habe ich die Produktionsleitung für eine so genannte F2 übernommen. Das ist eigentlich die Pflichtübung im 2. Jahr, die erste große inszenierte Sache. Ich wurde von einem Regie-Studenten aus dem zweiten Jahr gefragt, ob ich nicht Lust hätte, und so habe ich es gemacht. Wir haben knapp 5 Tage im Mai in der Lausitz gedreht.

Der Arbeitstitel ist “das weite suchen”, und es geht um zwei Freunde, die gemeinsam in einem Dorf aufgewachsen sind, welches nun den Braunkohle-Baggern weichen muss.
Es war einen wahnsinnig tolle Erfahrung für mich, das Team (knapp 17 Mann) waren wirklich toll und ich denke, wir haben einen interessanten Film heraus gebracht.
Fertigstellung wird im Laufe des Novembers sein, derzeitig sind wir noch am Schnitt und mussten bereits einen kleinen Nachdreh tätigen, der aber ohne große Probleme überstanden wurde.

Projekt 3: Die Kamera-Spielfilm-Übung”
“Abschied” / “Dumm gelaufen” / “Sterben machen” / “Maya” / “Empire Domino” / “Lili & Mitch” / “Im Dunkel der Schatten” / “Glob ‘09″ / “Stummfilm”

Im Juni wurde ich dann gefragt, ob ich nicht Lust hätte, eine kleine Übung der Dramaturgen zu betreuen. Die Idee war, dass die Dramaturgen eine kurze knapp 5 Minuten Geschichte schreiben und auch selbst inszenieren sollten. Damit sollten sie lernen, dass nicht immer alles, was sie schreiben auch 1:1 umgesetzt werden kann. Diese Übung fiel unter den Namen “Kamera-Spielfilm-Übung” (KSU) und erweis sich als etwas größeres Projekt.
In den Jahren zuvor wurde meine Stelle immer von mehreren Leuten eingenommen und erwies sich immer als großes Chaos. Ich empfand das Projekt zwar als sehr aufwendig, es war wie einen großen Sack Flöhe zu hüten, aber denke, dass es von wesentlichem Vorteil ist, wenn nur ein Produktionsleiter daran sitzt, anstatt mehrere. Somit ist die Kommunikation wesentlich einfacher zu Händeln gewesen.
Ich übernahm die Gesamt-Projektkoordination und habe quasi 9 Filme betreut, wobei drei der Filme jeweils noch einen eigenständigen Produktionsleiter hatten. Die restlichen 6 Projekte habe ich dann auch noch als Produktionsleiter betreut.
Auch diese Filme sollen im November fertig gestellt werden. Ich bin sehr gespannt, was aus diesen geworden ist, da ich bisher noch nichts geschnittenes gesehen habe. Lediglich ein paar der Muster habe ich während der Abtastung gesehen.

Projekt 4: Die Kamera-Abschluss-Übungen
“Die Revolution sind wir, nicht!” / “Magda ist zehn”

Im Anschluss an diese Übung fanden die “Kamera-Abschluss-Übungen” (KAU) statt. Die Kamerastudenten aus dem ersten Jahr durften mit 5 Rollen 122m 16mm Material drehen, was immer sie wollten. Das Budget von Seiten der HFF war begrenzt auf 700€, was sehr wenig ist, wenn man auf Film drehen will und soll.

Eine Freundin von mir, die in meinem Jahrgang Kamera studiert, und ich haben es bisher nicht geschafft, gemeinsam ein Projekt zu realisieren. Das sollte sich nun mit der Kamera-Abschluss-Übung “Die Revolution sind wir, nicht!” ändern.
Der Dreh war sehr lustig. 5 Tage in Berlin. Kleines Team, viel Experimentieren.
Daher resultiert auch meine Erfahrung mit dem Dreh auf einer Party.
Der Rohschnitt des Films steht mittlerweile. Die Überraschungen waren teilweise sehr groß, als wir das Material wieder bekamen, da es Probleme in der Filmentwicklung gab und das komplette Material einen Farbstich hatte, was sehr zum Nachteil der Bildqualität behoben werden konnte. Ich bin gespannt, was dabei heraus kommt. Fertigstellung der Filme ist auf Anfang des kommenden Jahres angesetzt.

Letztendlich war ich noch als Set-Aufnahmeleiter bei einer anderen Kamera-Abschluss-Übung dabei.
Die Produktionsleitung übernahm eine Kommilitonin von mir. Das Projekt heißt “Magda ist zehn” und basiert auf einer wahren Begebenheit einer Freundin des Kameramanns.
Wir erzählen die Geschichte von Magda (die zehn ist!) und mit ihren Eltern auf eine Feier von ehemaligen NVA-Freunden ihres Vaters fährt. Die Geschichte deutet bereits das Unverhältniss zwischen dem Kind und der Eltern an. Der Dreh war einer der Besten im ersten Jahr. Wir drehten in der Nähe von Oranienburg in einigen kleinen Dörfern und an einem See.
Nachdem ich neulich die Muster gesehen habe, war ich schon sehr beeindruckt und bin sehr gespannt, was daraus wird.

Projekt 5: 3D Forschungsprojekt “Prime”

Derzeitig arbeite ich an einem Forschungsprojekt.
Zusammen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie einigen Partnern arbeiten wir derzeitig an dem ersten 3D Film der HFF. Ich übernehme die Produktionsleitung bei diesem Projekt. Der Drehzeitraum ist auf Ende November angesetzt für knapp 9 Tage angesetzt. Leider kann ich derzeitig noch nicht viel dazu erzählen, da wir noch in der Entwicklungsphase sind. In Kürze werden aber die Dreharbeiten für das Making of gestartet und wir werden mit unserem Blog online gehen, worin wir regelmäßig über das Projekt berichten werden.

Tja, das ist einmal eine knappe Übersicht über das, was bei mir im ersten Jahr so abging.
Wie gesagt, jedem Projekt werde ich noch eigene Berichte widmen. Also bleibt dran.

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