Ich muss langsam mal einige meiner Pflichtfilme abarbeiten.
Immerhin wimmelt es im Kino ja geradezu nur von großen Filmen, sodass man fast denken könnte, die Oscars waren gerade.
Okay, Spaß beiseite.
Habe mir gestern im kleinen Studio des Cinemaxx’ “The Wrestler” angeschaut.
Kurz gesagt:
Ich stehe auf solche heroischen Filme.
Auch wenn Kritiker wie die Fünf Filmfreunde ansatzweise Recht haben, wenn sie sagen, dass es doch immer wieder die selbe Handlung ist, in der ein Sportler nach vielen Jahren um seine vergangenen Taten trauert, empfinde ich persönlich solche Filme immer wieder als große Bereicherung und sehe sie mir gerne an.
Egal ob es Filme wie “Der Unbestechliche” mit Robert Redford oder eben “The Wrestler” sind, ich sehe es unheimlich gern, wenn ein Charakter eine solch intensive Entwicklung hinlegt und dabei auch noch glaubhaft rüberkommt.
Was man glaube ich recht sicher sagen kann, ist der Fakt, dass “The Wrestler” nicht das Interesse und die Glaubhaftigkeit geweckt hätte, wäre Mickey Rourke nicht an Bord gewesen. Erst durch ihn und durch seine Vergangenheit, die durch Gesichtsoperationen, Botox und Boxkämpfe geprägt ist, erhält der Filme eine unglaubliche Sentimentalität und Glaubwürdigkeit, die ihn absolut sehenswert macht.
Mir persönlich gefiel die Art und Weise der visuellen Gestaltung extrem, da durch den Einsatz von Handkamera ein mehr oder weniger dokumentarischer Eindruck entstand, der das ganze Thema noch einmal untermauerte.
Spielereien im Schnitt und mit dem Ton empfand ich als sehr angenehm und passend.
Auch wenn ich vor einer Woche das “normale” Wrestling kennen gelernt habe, wie es in Deutschland praktiziert wird, ist die im Film dargestellte “Backyard Underground Wrestling” Version doch noch härter und krasser, als im bekannteren “American Wrestling”.
Was ich sehr schön anzusehen fand (und auch selber so erfahren habe), ist der Umgang hinter den Kulissen.
Man prügelt sich vor den Zuschauern die Birne dermaßen weich, aber hinter den Kulissen herrscht eine gelassene, angenehme und kameradschaftliche Art, wie man sie sich eigentlich nicht vorstellen kann.
Ich kann diesen Film nur empfehlen. Er hat mir einige Zeit eine Gänsehaus verschafft, mir einen wunderbaren Ohrwurm beschert und wird definitiv ein weiterer Pflichtfilm in meiner DVD-Sammlung sein.