Posted on 17-08-2009
Filed Under (Allgemein, Filmtipp) by paule

Heute war ich also mit zwei Freunden im Kino bei “Public Enemies”.
Schon an der Kasse wurde uns gesagt, dass der Film Überlänge hätte. “Hat ja mittlerweile fast jeder”, dachte ich mir noch.

So bezahlte mein Kumpel mit Schülerausweis immerhin noch stolze 8,50€ für sein Ticket. Stolzer Preis in meinen Augen.

Im Nachhinein betrachtet, war der Film knapp 140 Minuten lang. Obwohl der Abspann auch fast 10 Minuten dauert. Sind wir bei einer Nettozeit von 130 Minuten.

Ich bin nach dem Film mal an die Kinokasse und habe mir das mal erklären lassen.
Laut dem Cinemaxx am Berliner Potsdamer Platz hat ein Film länger als 120 Minuten eine einfache Überlänge von 0,50€. Ab 130 Minuten sind es dann 1€ Überlänge.
Interessanterweise setzt das aber nicht der Kinobetreiber fest, sondern der Verleih der Filme.

Da sitzen also Leute, die immer wieder neu entscheiden, ab wann denn Überlänge ist.
Da sich das Maß der Spielfilmzeit mittlerweile sehr deutlich von 90 Minuten zu 120 Minuten verschoben hat, kann man schon so weit gehen, zu sagen, dass dahinter eine gewisse Masche der Verleiher steckt, um mehr aus den Filmen heraus zu holen.
Klar, wenn die Dinger immer teurer werden, aber hinter den Erwartungen zurück bleiben (man siehe “Terminator 4″), muss das Geld ja trotzdem irgendwie wieder reinkommen.

Wenn der Film dann also netto “nur” 125 Minuten hat, kann man gleich noch nen langen Abspann mit dran setzen, damit der Film gleich noch die 135 Minuten springt und pro verkaufter Kinokarte noch mal 0,50€ mehr einspielt. Tolle Aktion.

An der Kinokasse erzählte man mir aber auch, dass teilweise auf besondere Filme einfach so willkürlich “Zuschläge” drauf gerechnet werden müssen, die dann auch an den Verleih abgezahlt werden müssen. So geschehen bei “Terminator 4″. Die inoffizielle Begründung war aufgrund der hohen Beliebtheit und Bekanntheitsgrades des Filmes.

Um das mal fest zu halten:
Die Verleiher entscheiden willkürlich, ab wann ein Film Überlänge hat und dazu gerechnet wird.
Die Verleiher entscheiden willkürlich, ab wann überhaupt Überlänge herrscht.
Die Verleiher entscheiden willkürlich über separate Zuschläge, aufgrund von absurden Dingen wie “Beliebtheit eines Stoffes”, “Bekanntheit eines Stoffes” und Ähnlichem.

Da bringt mich zu einer interessanten Überlegung, die ein Filmproduzent vor einiger Zeit in einer großen deutschen Tageszeitung auftat.
Wenn sich der Preis für ein Produkt an seinem Aufwand orientiert (ein gutes Steak kostet wesentlich mehr als ein billiges!), warum kosten dann Kinokarten für Blockbuster oder Filme mit einem Budget von astronomischen Summen (im Gegensatz zu deutschen Filmen mit einem geringen Teil des Budgets) genau soviel wie eben solche deutschen Filme.
Warum zahlt man für einen deutschen Film mit einem Budget von vielleicht 1,2 Millionen € an der Kasse auch 10€, wie für “Transformers 2″, der einfach mal geschätzte 200 Millionen $ gekostet hat?

Ich rate jedem einmal diesen Artikel zu lesen.

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