Posted on 16-08-2009
Filed Under (Allgemein, Filmtipp) by paule

Lange, lange ist es her. Irgendwie frage ich mich manchmal, warum ich einen Blog habe, wenn ich so wenig schreibe. Aber die Zeit ist gerade doch nicht da. Etliche Projekte wurden und werden realisiert. Wenn diese durch sind, gibt es Neuigkeiten und Infos dazu. Versprochen.

Nun war ich gerade im Kino. “Public Enemies” war angesagt.
Bereits im Trailer viel ein Typ auf, der irgendwie nicht hinein passte. Man gucke auf dieses Bild.

Public Enemies Trailer

Der Typ in der Bildmitte, schwarze Lederjacke und irgendwas über den Ohren, was aussieht wie nen Headset. Hat sich da etwa einer der Crewleute ins Bild stellen müssen?
Danke auf jeden Fall an den Typen, der mich darauf hingewiesen hat.

Nun war ich heute im Kino. Und war wieder mal enttäuscht. Ich weiß nicht, was ich sagen soll, aber Michael Mann mutiert nach und nach zu einem echt enttäuschenden Regisseur. Seit “Collateral” setzt er dermaßen auf digitale Technik, dass ich langsam Augenkrebs davon bekomme. Dieser Film ist in meinen Augen wieder mal ein Gegenbeweis für die digitale Revolution.

Die Kamera immer direkt dran, unruhig atmend, und so unruhig, dass es weh tut. Und dann kommt das Problem: Es gab Szene, in denen es weh tat, wenn sich das Bild bewegte. Egal ob Schwenks oder Ähnliches. Als ob es ein Problem mit den Halbbildern in dem Film gab. Wer keine Ahnung hat, wovon ich rede, der möge einfach mal hier, hier und hier gucken.

Diese falsche Field Order führte wahrscheinlich dazu, dass es die Kanten im Ruhezustand zwar immer glatt und sauber waren, bei der kleinsten Bewegung aber dermaßen unscharf wurden, dass es in schnellen Bewegungen weh tat.

Abgesehen von dem ungewöhnlichen Look des Films, der eher im dokumentarischen als im szenischen angesiedelt ist. Ich wartete teilweise darauf, dass Darsteller einer preiswerten deutschen TV Produktion ins Bild kommen und anfangen zu agieren. Aber über diesen Stil kann man streiten, der für Michael Mann immer üblicher geworden ist und auch als gestalterisches Mittel angesehen werden kann. Daher fällt das hier mal weg.

Schade finde ich immer noch, dass Depp und Bale im deutschen die selbe Synchronstimme haben und Depp, der ja eigentlich eine bekanntere Alternativ-Stimme hat, hier zum Zuge gekommen ist und somit Bale eine andere Stimme hat, als die sonst übliche. Das verwirrte ein wenig.

Auch empfand ich den Ton als teilweise sehr einfach. Der Ton war stumpf, teilweise platt. Nur in einigen Fällen wurde ich überrascht, zum Beispiel während der Schießereien. Aber Alles in Allem kam in mir der Gedanke hoch, dass sie teilweise Set-Ton verwendet haben, wo im Hintergrund noch Geräte und Klimaanlagen auf Hochtouren liefen.

Die Story ist spannend und recht solide, man wird aber in meinen Augen durch die Vielzahl der Charaktere und Namen zeitweise durch einander gebracht und weiß eigentlich gar nicht mehr, wer wer und wo nun ist.
Optisch gesprochen gibt es aber trotz der allgemeinem Kritik sehr schöne Bilder, die mich wieder beeindruckt haben.
Lichtsetzung und Farben werden interessant genutzt (bis gar nicht genutzt!) und bilden somit eine wunderbare Einheit. Auch funktioniert der Film schnitttechnisch an vielen Stellen recht gut. Am Meisten fiel hier der Spannungsmoment an der Ampel heraus. Schön inszeniert und geschnitten.

So, das wars erstmal. Gleich noch ein paar Worte zu Überlängen im Kino. Eine Absurdität für sich.

Viel Spaß beim Gucken. Ich guck mir demnächst einfach mal wieder “Heat” an, der in meinen Augen immer noch der beste Michael Mann Film ist und bleibt.

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