Immer wieder werde ich gefragt, was man denn so an der HFF lernt. Dazu kommt demnächst ein sehr großer Artikel - aber kurz gefasst ist das nicht wirklich viel.
Zumindest theoretisch.

Was ich aber aus praktischer Sicht lerne, ist doch recht gut.
Zum Beispiel heute.

Komme gerade von einem halben Nachtdreh einer Kamera-Abschluss-Übung.
Die Idee war auf einer Party zu drehen. Insgesamt 3 Einstellungen. Einmal ein Typ verloren auf einer Party vor Langeweile. Dann ein Bild wie der Typ ein Mädel dumm anmacht und letztendlich wie die beiden doch noch reden und sich verabreden.
Klingt im Drehbuch unspektakulär.

Geplant war den Dreh auf einer Privatparty eines Bekanntes des Regisseurs zu machen, der aber kurzfristig absagen musste, weil die Party ausfiel.
Somit drehten wir spontan auf einer anderen Privatparty eines mehr oder weniger fernen Bekannten des Regisseurs. Mitten in Friedrichshain.

Tja, und damit gingen die Probleme los.
Weil ne Party dazu da ist, um - nun ja, wie der Name schon sagt - Party zu machen.
Und wenn dann da die ganze Zeit ein knapp 7 köpfiges Filmteam rumrennt und ständig Korrekturen am Licht und Ton machen muss, ist das sehr frustrierend. Vorrangig für die Gäste der Party und auf Dauer auch für das Team, weil man die bösen Blicke der Gäste ertragen muss. Hier kommt dann der Produktionsleiter und/oder Set-Aufnahmeleiter verstärkt ins Spiel, um an den Fronten zu schlichten, stetig nett zu sein und zu verhandeln.

Was habe ich heute also für mich gelernt?
Ich werde sicherlich nie wieder richtig auf einer Party drehen, die ich nicht selber organisiert habe.
Weil, wenn ständig die Musik ausgemacht werden muss und Leute tanzen müssen ohne Musik zu haben, gucken die erstens blöde und fangen an genervt zu sein.

Wenn man also auf einer Party drehen will, dann muss man sich die selber organisieren. Am besten mit Komparsen, die man im blödesten Falle bezahlen muss. Aber dann hat man auch die “Gewalt” über diese und hat bessere Druckmittel als im obigen Fall.

Wir sind am Ende ohne größere Probleme durch gekommen, ich habe ein, zwei Leute kennen gelernt und gut unterhalten, aber bin am Ende doch sehr froh, dass wir raus waren und die Aufnahmen hinter uns gebracht haben.

Ein Gutes hat sowas aber auch: Man ist einfach mal der Mittelpunkt der Party. Die Leute gucken, fragen und man kommt wesentlich leichter ins Gespräch mit Leuten, und ist auch gern mal der Blickfang der Mädels *zwinker*
Besonders diejenigen, die am Set etwas dominanter auftreten und irgendwie auch Ansagen machen (müssen), kommen ins engere Umfeld dieser Interessen der jungen Damen.
Was war noch mal meine Aufgabe bei dem Dreh?
Ach ja: Produktionsleiter und Set-Aufnahmeleiter.

Bis demnächst.

Share and Enjoy:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google
  • LinkedIn
  • MySpace
  • Technorati
  • TwitThis

Comments

[...] 5 Tage in Berlin. Kleines Team, viel Experimentieren. Daher resultiert auch meine Erfahrung mit dem Dreh auf einer Party. Der Rohschnitt des Films steht mittlerweile. Die Überraschungen waren teilweise sehr groß, als [...]


Post a Comment
Name:
Email:
Website:
Comments: